



Inhalt und Zielsetzung des Projektes
Worum geht es in eurem Projekt? Warum wollt ihr dieses Projekt durchführen?
Als Schulprojekt laufen wir, eine Gruppe der Heinz-Brandt-Schule, den Jakobsweg. Wir
nennen das Herausforderung. Sie ist ein Teil des Schulkonzeptes, Jugendliche sollen
außerhalb der Schule lernen, nicht nur außerhalb des Gebäudes, sondern auch außerhalb
des festgelegten Lehrplans. Die Herausforderung Jakobsweg findet schon seit ein paar
Jahren statt und ist eine der Gruppen, die eine sehr sportliche Herausforderung suchen.
Wir als Gruppe haben uns dazu entschieden, nach Spanien zu reisen und diesen
Pilgerweg zu wandern. Und wegen dieser Entscheidung, von jeder Person in der Gruppe,
wollten wir das tun. Wichtig noch dazu zu sagen ist, dass die Teilnehmenden nicht nach
der Erfahrung oder der Sportlichkeit ausgewählt werden, jede Person kann mitmachen.
Und vor allem der Unterscheid von den Persönlichkeiten und der Bedürfnissen
differenziert eine Herausforderung von einer normalen Schulfahrt.
Was ist das Ziel eures Projektes? Wem soll das Projekt nützen? Wer ist im Projektteam?
Das Projekt nützt vor allem den Beteiligten. Auf so einer Reise lernt man viele andere
Dinge, als in der Schule. Es sind besonders die zwischenmenschlichen Fähigkeiten die
auf dieser Reise geübt werden, wie sich in einer Gruppe auf Dinge zu einigen, der
Umgang mit unerwarteten Situationen und vieles mehr. Am Projekt Herausforderung sind
24 Jugendliche im Alter von 13-17 Jahren beteiligt, alle Schüler*innen lernen an der Heinz-
Brandt-Schule.
Planung und Ablauf des Projektes
Wie habt ihr euer Projekt durchgeführt?
Nach 5 Monaten der Planung sind wir am 28. Juni, nach St.-Jean-Pied-de-Port, ein kleines
Dorf an der Grenze von Spanien, gereist. Dort sind wir mit drei Etappen gestartet und ca.
70 Km nach Pamplona gelaufen. Von dort mussten wir mit dem Zug nach Astorga
gefahren, um den restlichen Weg noch in der Zeit zu schaffen. Von dort sind wir die
restlichen 250 Kilometer nach Santiago de Compostela gelaufen.
Wer im Team hat dabei welche Aufgaben übernommen? Wer hat euch geholfen?
Eine feste Aufgabenteilung gab es nicht. Dadurch, dass wir uns selbst verpflegt haben,
sind Aufgaben wie Einkaufen und Kochen angefallen. Wer das gemacht hat, wurde jeden
Tag geändert und war abhängig davon, wieviel Energie jeder nach 20 km wandern noch
hatte. Vor allem unterstützt wurden wir von den uns begleitenden Lehrer*innen. Zum
Beispiel haben wir uns mit ihnen beraten, wie viele Nudeln 30 Personen essen. Es sind
ca. acht Kilogramm.
Ergebnisse des Projektes – bitte eine genaue Beschreibung
Was sind die wichtigsten Ergebnisse eures Projektes, die Höhepunkte?
Ein festes Ergebnis gab es nicht. Es sind Erinnerungen und Freundschaften entstanden.
Natürlich war die Ankunft an der Kathedrale von Santiago de Compostela besonders
wichtig. Aber es war auch die ganze Reise. In unserer Zeit zusammen sind unglaublich
viele Insider entstanden. Und die Gruppe, mit einem Altersunterschied von vier Jahren, ist
total eng zusammen gewachsen. Man ist an Situationen gewachsen, die ohne Teamwork
nicht zu bewältigten gewesen wären. Außerdem waren es die ganzen kleinen Momente,
z.B. als man sich gefreut hat, dass es ein mal keine Nudeln gab.
Wie zufrieden seid ihr mit euren Ergebnissen? Was lief bei dem Projekt gut?
Die Reise war so toll und wird allen noch lange im Gedächtnis bleiben. Daraus kann ich
schließen, dass sie ein Erfolg war. Über die Geschichten wird immer noch gelacht und die
Reise hätte nicht besser laufen können.
Welche Probleme gab es? Wie habt ihr sie gelöst? Was habt ihr Neues gelernt?
Leider waren auf der Reise sehr viele Menschen krank, teilweise sind diese auch
gewandert. Bei einer sehr anstrengenden Bergetappe ging es mehrere Leuten nicht mehr
gut. Es waren noch sieben Kilometer bis ins nächste Dorf und wir mussten noch vom Berg
absteigen. Also haben wir eine Pause eingelegt und danach den Leuten den Rucksack
abgenommen. Und so sind wir langsam ins Tal abgestiegen, mehrere mit zwei
Rücksäcken bei 30 Grad und schwankenden Leuten. Wir konnten die Situation nur durch
Teamwork überwinden. Danach haben wir mehr Rücksicht auf diejenigen genommen,
denen es nicht mehr gut ging. Teilweise sind diese dann mit dem Bus gefahren, weil so
eine Situation noch mal einzugehen, zu gefährlich gewesen wäre. Vielen ist klar
geworden, dass man nicht immer über seine körperlichen Grenzen gehen kann und es
okay ist, zu sagen,“ich bin an meiner Grenze angekommen“. Außerdem ist eine Person
mit der Erwartung, in die Reise gestartet, eine Last für die Gruppe zu sein und dachte, aus
früheren Erfahrungen, wegen seiner besonderen Art ausgegrenzt zu werden. Am Ende hat
sich herausgestellt, dass genau diese Person massiv unterstützen konnte. Sie war ein
fester Teil der Gruppe. Ein anderer Schüler der am Anfang nicht gedacht hätte, dass er
mehr als 7 Kilometer schaffen kann, lief am Ende mehr als als alle anderen (als er seinen
Rucksack verloren hatte;). Beide sind Kinder sind trotz verschiedener Einschränkungen
sehr spürbar an der Herausforderung gewachsen. Das Gleiche kann man aus anderen
Gründen auch für viele andere erzählen. Ein weiterer Fall, der gezeigt hat, wie eng der
Zusammenhalt war, als ein Mädchen aus der Ukraine, während der Reise eine schlimme
Nachricht bekommen hat. Alle haben versucht, so gut es geht, sie zu trösten und zu
zeigen, „wir sind da wenn du jemanden zum reden brauchst“. Viele sind selbstständiger
und mutiger geworden. Sie haben die schöne Erfahrung machen können, sich in einer
Gruppe zu öffnen und akzeptiert zu werden, egal wie sie sind.