



Krimidinner in der Schabracke
Als uns von der Jugendjury erzählt wurde, kam uns die Idee, ein Krimidinner mit gemeinsamem Kochen in der Schabracke zu veranstalten. Wir haben uns ausgemalt, dass es sehr viel Spaß machen würde und ein verbindendes Erlebnis wäre. Deshalb haben wir das Projekt bei der Jugendjury angemeldet. Anna Gothe, Ylva Hell und Elsa Druet haben es dann in der dritten Runde der Jugendjury 2024 vorgestellt. Es war eine tolle Erfahrung. Wir fanden es spannend, mit den anderen Projektteams zu diskutieren, wer wie viel Geld bekommt. Auch danach haben noch viel darüber geredet.
Als alles mit dem Geld und Vertrag geklappt hat, haben wir uns auf einen Termin für das Krimidinner geeinigt: Samstag, den 23.11.2024 von 16-22 Uhr. Robert, der Leiter der Schabracke, war einverstanden und hat uns sogar erlaubt, das Krimidinner selbstständig und unbeaufsichtigt durchzuführen. Wir durften uns selbst einen Raum aussuchen, und haben uns nach einer kurzen Besichtigungstour für das Café entschieden, denn dieses ist gemütlich, einladend und praktischerweise sehr nah an der Küche. Robert hat uns dann noch ein paar Dinge gezeigt, zum Beispiel, wo die Tische und Stühle gelagert werden. Später hat er uns den Schlüssel anvertraut und uns die Alarmanlage erklärt, wobei wir, wie sich später herausstellte, nicht übermäßig aufmerksam zuhörten.
Zwar bestand das Projektteam offiziell aus Anna, Ylva und Elsa, allerdings waren Nike und Elli die ganze Zeit bei der Organisation und Vorbereitung mit dabei. Eigentlich waren wir also zu fünft.
Nachdem wir uns für ein Krimidinner-Spiel entschieden („Bohème Berlin“) und es gekauft hatten, mussten wir nur noch Leute finden, die mitmachen wollen. Das hat uns vor die erste Schwierigkeit gestellt: wie machen wir am besten Werbung für unser Projekt? Bei einem Krimidinner geht es ja nicht, dass die Teilnehmenden spontan vorbeikommen, da jede*r eine feste Rolle hat, auf die man sich vorbereiten muss. Nach einigem Hin und Her haben wir uns dazu entschieden, Plakate im Jup, M24 und in der Schabracke aufzuhängen. Jamie hat das Plakat auch auf dem Instagram Kanal der Schabracke gepostet. Die Anmeldung ging per SMS oder am Tresen der Schabracke. So konnten die Teilnehmenden mit uns Kontakt aufnehmen und wir ihnen im Vorhinein ihre Rolle zukommen lassen. Zumindest so die Theorie.
Denn in der Realität hat sich leider niemand über unsere Plakataktion gemeldet. Als die Anmeldefrist überschritten war, haben wir zusammen überlegt, wie wir noch circa 10 Personen finden. Fünf waren wir ja bereits. Wir haben dann Freund*innen und Bekannte kontaktiert. Die meisten Gäste waren am Ende aus unserer Schulstufe. Wir fanden es schade, dass niemand dabei war, den wir noch nicht kannten, weil wir so niemanden ganz neu kennengelernt haben. Aber weil wir uns in der Konstellation auch nicht alle untereinander kannten, diente das Dinner trotzdem der Vernetzung. Außerdem hatte es auch etwas Gutes, das wir uns bekannt waren, denn so herrschte eine vertraute Stimmung. Dennoch haben wir uns vorgenommen, uns beim nächsten Mal früher um die Werbung zu kümmern, sollten wir nochmal so ein Projekt machen. Wir würden dafür sorgen, dass auch andere Jugendliche, die wir noch nicht kennen daran teilnehmen.
Am Freitag vor dem 23.11. waren Ylva, Anna und Elli einkaufen, während Nike und Elsa, mit tatkräftiger Unterstützung von Therese, Dekoration bastelten. Weil das Krimidinner-Spiel zur Zeit der 20er-Jahre in Berlin spielte, haben wir viel goldene Deko gebastelt- alles Goldene, was wir finden konnten. Es sollte schick und luxuriös wirken, denn es ging in dem Spiel um ein berühmtes, erfolgreiches Theater. Für die Deko haben wir ein paar Sachen gekauft, aber das meiste aus der Schabracke genommen, denn Christine hatte uns erlaubt alle Materialien zu benutzen, die wir wollen.
Folgendes haben wir gebastelt: einen Turm aus Ferrero-Rochers, einen „Kronleuchter“ aus Lametta, eine glitzernde Riesenkugel, Perlenketten und goldene Oktaeder (was die Schabracke nicht alles zu bieten hat…). Außerdem haben wir die Platzkarten und die „Berliner Morgenschau“ gebastelt und für jede Rolle einen Umschlag mit allen Informationen vorbereitet.
Und dann war es so weit: am Samstagnachmittag um 14:45 Uhr haben wir uns zu fünft in der Schabracke getroffen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Allerdings gab es einen unerwarteten Gegner, der sich uns in den Weg stellte: die Alarmanlage. Leider haben wir sie nicht richtig ausgestellt, weshalb sie SEHR laut gepiept hat (hat man in der ganzen Nachbarschaft gehört). Robert musste dann vorbeikommen und hat uns geduldig das System nochmal erklärt.
Um 16 Uhr trudelten langsam unsere Gäste ein. Wir waren insgesamt 13 Personen.
Es wurde ein sehr schöner Abend. Wir haben viel gelacht, geredet und uns Hinweis für Hinweis an die Lösung des Falls herangearbeitet. Der Austausch war dabei ganz wichtig, denn nur so konnte man an alle Informationen bekommen (oder mit Schmiergeld erkaufen :).
Das Kochen hat uns besonders stark zusammengeschweißt. Vor allem, als einige Bruschetta-Brote in der Pfanne angebrannt sind und jemand sie reflexartig mit einer Plastikzange herausgeholt hat. Um den Bruschetta-/Plastik-Qualm zu vertreiben und die Pfanne abzukühlen haben wir das Fenster geöffnet und die Pfanne rausgehalten.
Dieses Erlebnis hat zwar rückblickend in der Schabracke keine bleibenden Spuren hinterlassen (Zange wurde ersetzt), aber in unseren Gedächtnissen schon.
Die unversehrten Bruschettas haben aber sehr lecker geschmeckt, und zusammen mit dem Salat und den selbstgelegten Pizzen das perfekte Menü ergeben. Das Einzige, was uns gefehlt hat, war Essig fürs Salatdressing. Aber der hilfsbereite Anton Werner (Elsa) ist kurzerhand zum Rathauscenter geradelt und hat Balsamico gekauft.
Der Höhepunkt des Abends war die Abstimmung und Auflösung. Die Spannung war sehr groß, schließlich hatten wir den ganzen Abend darauf hingearbeitet, den/die Mörder*in zu finden. Die meisten haben für „Hannah Schirwitz“ (Clara) gestimmt, aber dann stellte sich heraus, dass es…Trommelwirbel… „HELLA SOMMERFELD“ (NIKE) war!!! Die Überraschung war groß. Wir saßen dann noch lange zusammen. Wir haben den Fall nochmal von hinten aufgerollt und uns all die Geheimnisse unserer Rollen erzählt, die wir davor nicht verraten durften- eigentlich war das der wahre Höhepunkt.
Nachdem wir alle zusammen aufgeräumt hatten, haben wir uns (fast) pünktlich gegen 22:30 Uhr voneinander verabschiedet.
Rückblickend war das Krimidinner ein voller Erfolg. Das Ergebnis ist, dass wir uns jetzt alle besser kennen und einen spaßigen Abend hatten, an den zumindest ich mich noch lange zurückerinnern werde. Von unseren Gästen kam auch durchweg positives Feedback. Es war außerdem toll zu erleben, dass man gemeinsam alles schaffen kann. Weder die Funkstille, was die Anmeldungen betraf noch die Alarmanlage, Bruschetta/Plastikzange-Verbrennung oder der fehlende Balsamico konnten uns davon abhalten, einen unbeschwerten, lustigen Abend zu haben. Wir waren ein gutes Team und haben jede Herausforderung gemeistert. Nur den Mord haben wir leider nicht gelöst. Aber darüber lässt sich hinwegsehen.